Über Käthe Schreiberei

Über mich

Wenn ich heute auf meinen Weg blicke, dann sehe ich keine gerade Linie. Ich sehe einen Weg mit vielen Richtungswechseln, Suchbewegungen und bewussten Umwegen. Und genau darin liegt für mich etwas Wesentliches: Antworten entstehen selten nur in einer Denkrichtung. 

Seit über 25 Jahren bin ich Gymnasiallehrerin – engagiert, schülerorientiert, mit einem wachen Blick für das, was zwischen Lehrplan und Mensch geschieht. Ich unterrichte Deutsch, Chemie und Psychologie. Diese Fächerkombination ist ungewöhnlich, und sie ist kein Zufall. Sie steht für mein Interesse an Zusammenhängen: zwischen Sprache und Denken, zwischen Stoffen und Reaktionen, zwischen inneren Prozessen und äußerem Erleben.

Schon früh habe ich gemerkt, dass mich einfache Erklärungen nicht zufriedenstellen. Ich suche Antworten nicht nur im schnellen Denken, sondern auch im Innehalten. Weiterentwicklung bedeutet für mich, offen zu bleiben, verschiedene Perspektiven nebeneinander stehen zu lassen – und wahrzunehmen, was gerade da ist, bevor man es einordnet. Diese Form von Achtsamkeit ist für mich nichts Abgehobenes, sondern eine ruhige, klare Haltung im Umgang mit Menschen und mit Entwicklungsprozessen.

Der schulische Alltag ist oft eng, laut und stark strukturiert. Und dennoch habe ich mir immer wieder Räume geschaffen, in denen etwas anderes möglich wird. So sind im Laufe der Jahre Angebote entstanden wie Philosophie für Kinder, ein Theaterclub, ein Leseclub, Lerncoaching und Supervision. Sie alle folgen demselben inneren Impuls: Entwicklung darf leiser werden. Tiefer. Menschlicher.

Meine eigene Neugier auf Weiterentwicklung hat mich weitergeführt. In einer einjährigen Ausbildung zur Lerncoachin habe ich mein Verständnis für Blockaden, innere Antreiber und individuelle Wege vertieft. Heute biete ich Lerncoaching an unserer Schule an – ein Angebot, das sehr gut angenommen wird und zeigt, wie groß das Bedürfnis nach Begleitung statt Bewertung ist.

Parallel dazu hat mich das Schreiben immer stärker begleitet. Nicht als Technik, sondern als Denkraum. In der Schreibpädagogik-Ausbildung habe ich erfahren, welche Kraft in Wörtern liegt, wenn sie nicht perfekt sein müssen. Ich liebe Wörter – für ihre Genauigkeit, ihre Offenheit, ihre Fähigkeit, Unsagbares vorsichtig sichtbar zu machen. Schreiben verlangsamt, klärt, verbindet. Es erlaubt, Gedanken aus verschiedenen Richtungen zu betrachten und ihnen Zeit zu geben.

Auch meine Ausbildungsmodule in der Supervision haben meinen Blick geschärft: für Zwischentöne, für Dynamiken, für das, was unter der Oberfläche wirkt. Sie haben meine Fähigkeit gestärkt, Prozesse zu begleiten, ohne sie vorschnell zu lenken.

All diese Erfahrungen fließen heute in Käthe Schreiberei zusammen. Hier geht es nicht darum, Schreiben zu lernen oder Texte zu optimieren. Es geht darum, durch Schreiben ins Nachdenken zu kommen. Um Achtsamkeit im Denken. Um einen ruhigen Umgang mit dem inneren Kritiker. Um Weiterentwicklung, die nicht antreibt, sondern trägt.

Vielleicht ist das mein Kern:

Ich glaube an Weiterentwicklung, die mehrere Richtungen kennt.

An die leise Kraft der Worte.

Und an Räume, in denen Menschen sich selbst beim Denken begegnen dürfen – ohne Druck, aber mit Tiefe.