Wenn der Kopf nicht still wird: 4 Schreibaufträge für mehr innere Ruhe
Ein Artikel von Käthe Schreiberei
Es gibt Tage, an denen der Kopf einfach nicht still wird.
Gedanken laufen in Dauerschleife, springen von einem Thema zum nächsten oder kehren immer wieder an denselben Punkt zurück. Ruhe scheint dann schwer erreichbar – selbst in Momenten, die eigentlich still sein dürften.
Schreiben kann hier ein leiser Ort sein: nicht notwendigerweise ein Ort zum Lösen, manchmal zum Ordnen – und manchmal einfach nur ein Raum, in dem Gedanken abgelegt werden dürfen.
Die folgenden Schreibaufträge sind keine vertiefenden Schreibübungen.
Sie sind als kleine Mini-Stopptasten gedacht – für Momente, in denen der Kopf zu voll ist.
Du brauchst lediglich Papier, einen Stift und ein paar Minuten Zeit.
1. Alles, was gerade da ist
Manchmal entsteht Unruhe, weil zu viele Gedanken gleichzeitig Raum wollen.
Nimm dir einen Moment und schreibe alles auf, was dir gerade durch den Kopf geht.
Ohne Punkt.
Ohne Ordnung.
Ohne Anspruch auf Sinn.
Wenn du stockst, schreibe weiter.
Manches wird leiser, sobald es nicht mehr im Kopf behalten werden muss.
2. Was heute wirklich zählt
Nicht alles, was laut ist, ist wichtig.
Und nicht alles, was wichtig ist, meldet sich laut.
Schreibe auf, was heute deine Aufmerksamkeit braucht.
Nicht morgen.
Nicht irgendwann.
Du darfst dich auf wenige Dinge beschränken.
Klarheit darf leicht sein.
3. Ein Satz zum Anlehnen
Manchmal braucht es keinen Text.
Manchmal reicht ein Satz.
Schreibe einen Satz, der sich beim Lesen ruhig anfühlt.
Ein Satz, der dich ein wenig trägt.
Vielleicht etwas wie:
Ich darf langsamer sein.
Oder:
Es muss gerade nichts entschieden werden.
Lies ihn dir leise vor.
Oder laut.
Oder mehrmals.
Manche Sätze wirken wie ein Atemzug.
4. Das, was warten darf
Es gibt Gedanken, die immer wieder auftauchen.
Auch dann, wenn gerade kein Raum für sie ist.
Schreibe sie auf.
Und schreibe daneben:
Das darf später dran sein.
Nicht wegschieben.
Nicht lösen.
Nur parken.
Manchmal entsteht Ruhe, wenn etwas nicht sofort beantwortet werden muss.
Diese vier Schreibaufträge sind keine Anleitung zur Selbstoptimierung.
Sie wollen nichts verändern, nichts verbessern, nichts erreichen.
Sie sind Einladungen zum Innehalten.
Kleine Unterbrechungen im Denken.
Mini-Stopptasten für Momente innerer Unruhe.
Vielleicht fühlt sich danach etwas weiter an.
Vielleicht auch nur für einen kurzen Augenblick.
Und vielleicht reicht genau das. 🌿