Wenn etwas Neues ruft. Weshalb die Wechseljahre nach Stille rufen

DAs Bild zeigt einen Naturholztisch, auf dem ein offenes Notizbuch mit Füller liegt. Eine Tasse Tee und eine Brille liegen auf dem Tisch. Der Blick geht durch große Fenster in einen herbstlichen Garten.

Ein Artikel von Käthe Schreiberei

Es gibt Lebensphasen, die lassen sich nicht einfach weitermachen.

Die Wechseljahre sind eine solche Zeit. Etwas gerät in Bewegung – im Körper, im Denken, im inneren Gefüge. Vertraute Sicherheiten beginnen zu bröckeln, Rhythmen verändern sich, das bisher Selbstverständliche trägt nicht mehr ganz so mühelos.

Oft wird darüber gesprochen, was in den Wechseljahren nicht mehr funktioniert. Seltener darüber, wozu sie einladen. Dabei liegt gerade darin ihre besondere Qualität: Sie rufen nach Stille. Nach einem bewussten Innehalten. Nach Reflexion.

Nicht als Luxus. Sondern als Notwendigkeit.

Wenn der Körper das Tempo vorgibt

Der Körper meldet sich in den Wechseljahren deutlicher als zuvor. Er verlangt Aufmerksamkeit. Pausen. Anpassung.

Was früher nebenbei ging, braucht plötzlich Raum. Schlaf, Energie, Konzentration – all das folgt nicht mehr dem gewohnten Takt.

Diese körperliche Veränderung wirkt wie eine natürliche Verlangsamung. Und genau darin liegt eine Chance: Das Leben kann nicht mehr ausschließlich im Außen stattfinden. Der Blick wendet sich nach innen – ob wir wollen oder nicht.

Stille als Übergangsraum

Stille bedeutet hier nicht Rückzug aus der Welt. Sie meint einen inneren Raum, in dem nichts sofort beantwortet, erklärt oder gelöst werden muss.

Die Wechseljahre sind ein Übergang. Und Übergänge brauchen Raum, damit sie sich vollziehen können.

In der Stille dürfen Fragen auftauchen, die lange keinen Platz hatten:

  • Was ist mir wirklich wichtig?

  • Was trage ich noch aus Gewohnheit?

  • Was darf zu Ende gehen?

Diese Fragen drängen sich nicht laut auf. Sie zeigen sich leise – und verschwinden wieder, wenn wir ihnen keine Aufmerksamkeit schenken.

Reflexion statt Durchhalten

Viele Frauen haben gelernt, durch Phasen hindurchzugehen. Funktionieren. Aushalten. Weitermachen.

Die Wechseljahre unterbrechen dieses Muster. Sie laden ein, nicht weiter zu beschleunigen, sondern stehen zu bleiben.

Reflexion bedeutet hier nicht, alles zu analysieren. Sie meint ein aufmerksames Wahrnehmen dessen, was sich zeigt. Gedanken dürfen unfertig bleiben. Gefühle widersprüchlich. Antworten dürfen warten.

Gerade diese Offenheit macht Veränderung möglich.

Abschied gehört dazu

Ein Neuanfang braucht Abschied.

In den Wechseljahren geht es nicht nur um Hormone oder Lebensumstände, sondern auch um innere Bilder: von sich selbst, von Weiblichkeit, von Leistung, von Erwartungen.

Manches darf gehen. Nicht, weil es falsch war – sondern weil es seine Zeit hatte.

Dieser Abschied geschieht selten laut. Oft zeigt er sich als leises Unstimmigwerden. Als Müdigkeit gegenüber dem Alten. Als Wunsch nach weniger – und zugleich nach mehr Echtheit.

Dem Neuanfang eine Chance geben

Der Neuanfang der Wechseljahre ist kein plötzlicher Aufbruch. Er entsteht langsam. Behutsam. Aus der Reflexion heraus.

Wer sich Zeit nimmt für Stille, schafft einen inneren Boden, auf dem Neues wachsen kann: Klarheit, Selbstfreundlichkeit, eine andere Form von Kraft.

Nicht schneller. Sondern wahrhaftiger.


Wenn etwas Neues ruft

Vielleicht sind die Wechseljahre weniger eine Krise, die bewältigt werden muss, als ein Übergang, der begleitet werden will.

Genau aus dieser Haltung heraus ist der Kurs „Wenn etwas Neues ruft. Schreiben als Reflexionsraum für die Wechseljahre“ bei Käthe Schreiberei entstanden.

Er lädt dazu ein, dieser besonderen Lebensphase schreibend zu begegnen – nicht, um Antworten zu erzwingen, sondern um dem Inneren zuzuhören. Schreiben wird dabei zum stillen Denkraum, in dem Abschied, Wandel und Neubeginn ihren Platz finden dürfen.

Nicht jede Schreibzeit bringt sofort Klarheit.

Aber jede schafft Raum. Und manchmal ist genau dieser Raum der Anfang.

Alles Liebe. Deine Käthe Schreiberei 

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